Geschichte

Laudatio zum 44-jährigen Jubiläum der

1. Großen Karnevalsgesellschaft

Rot-Weiß Hamborn-Marxloh 1958 e.V.

 

 

Mein Freund Wilfried Keusgen hatte vom Vorstand der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Hamborn-Marxloh den Auftrag, mich zu fragen, ob ich die Laudatio aus Anlass des 44-jährigen Jubiläums halten würde. Natürlich komme ich dieser Bitte gerne nach.

Schließlich habe ich jetzt seit fast dreißig Jahren in den verschiedensten Positionen Rot-Weiß begleitet, habe Gutes und weniger Gutes erlebt, viel beobachtet und manchmal auch nur zugehört. Ich habe viele Freunde gewonnen und auch gehen sehen, kurzum: Ich bin ein Rot-Weißer geworden und deshalb heute als Rot-Weißer gefordert.

Ich soll und will nicht nur eine Lobrede halten, sondern vor allem in Erinnerungen schwelgen. Wobei sich gleich die erste Frage stellt:

 

Ist eine Laudatio in unserer schnelllebigen Zeit mit Computern, coolen Sprüchen und den vielen Wegwerfartikeln eigentlich noch zeitgemäß? Müssen wir unsere Erinnerungen nicht ebenfalls wegwerfen, wenn alle Welt nur noch im kurzen Augenblick der Gegenwart lebt und glaubt, die Zukunft schon voraussagen zu können? Wer so denkt, vergisst eines: Aus der Vergangenheit für die Zukunft zu lernen ist eine Notwendigkeit der Gegenwart.

Und noch eines ist wichtig. Wenn wir uns erinnern, stellen wir fest, wie lebendig und interessant, aber auch wie abwechslungsreich bei allen Wiederholungen im Ablauf unserer Feste das Vereinsleben bisher gewesen ist. Dann können wir für uns ganz persönlich feststellen: Es lohnt sich, Mitglied gerade in diesem Verein zu sein.

Ich will Euch, liebe Karnevalsfreundinnen und Karnevalsfreunde, nicht mit Zahlen und Daten langweilen. Aber ein Datum muss ich nennen: Am 25. März 1958 wurde diese Karnevalsgesellschaft gegründet – obwohl – eigentlich ist dies nicht ganz richtig. Vielmehr handelte es sich – wie die Juristen sagen würden – um ein Wiederaufnahmeverfahren. Einige der Gründungsmitglieder – wie zum Beispiel Albert Swietlik – gehörten schon der alten Großen Hamborner Karnevalsgesellschaft an.

Aus dieser Zeit stammt auch dieser Kelch, wie aus der Inschrift zu erkennen ist. Darin steht nämlich: Unserem lieben Maxe, gewidmet von der Großen Hamborner Karnevalsgesellschaft. Dieses Stück ist in den Schoß von Rot-Weiß zurück gekehrt.

Schon vor Jahren hatte ich beim Amtsgericht im Vereinsregister die Eintragungen und Protokolle durchgesehen und mir auf meinem Zettel eine Notiz gemacht: „Präsidentenzepter aus dem Jahre 1937“. Ich weiß nicht mit Sicherheit, ob dies hier das alte Zepter ist, aber Art und Ausführung lassen darauf schließen. Auch dieses Stück ist wieder im Besitz von Rot-Weiß.

Auch die Präsidentenkette scheint so alt zu sein. Wenn man sich diese beiden Narrenbilder ansieht, fällt auf, dass die Narren grün-weiß gekleidet sind, also in den Farben der alten „Großen Hamborner Karnevalsgesellschaft “. Heute würden wir nämlich rot-weiße Narren wählen.

Heute morgen habe ich ein weiteres Stück erhalten: Eine Mütze in Grün-Weiß und mit einem Hamborner Wappen. Sie muss also über 60 Jahre alt sein.

 

 

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Da wir gerade bei den Insignien eines Präsidenten waren, muss und will ich auch einige Sätze über unsere Präsidenten verlieren, die fast alle viele Jahre ihr Amt ausübten. Erster Präsident war Horst Wenzeler, der bereits zwei Jahre später von Willi Erwin abgelöst wurde.

Ein bisschen Luxus hat sich Rot-Weiß schon immer erlaubt. So erlaubte man sich 20 Jahre lang den Luxus von drei Präsidenten. Neben Willi Erwin – der die gesamten 20 Jahre im Amt war - waren dies Erwin Knapp, Heinrich Müller, Eberhard Wünschmann, Hans vom Weg und Anton Riederer. Erst mit dem Ausscheiden von Eberhard Wünschmann gab es – in Anführungsstrichen – “nur” noch zwei Präsidenten. Hans Borowski löste später – 1980 - Willi Erwin ab. Seit dem Jahre 2000 üben dieses Amt bekanntlich Volker Mosblech und Armin van de Lücht aus.

Ich habe vor allem die alten Namen ganz bewusst genannt. Es gibt in diesem Saal nämlich einige, die sich an die alten Zeiten noch erinnern können und mir nachher sagen würden: Du hast diesen oder jenen Präsidenten aber nicht genannt.

Lassen wir unsere Präsidenten-Küken Volker Mosblech und Armin van de Lücht – dieses Küken wird allgemein auch “Bärchen” genannt – einmal außen vor. Sie erleben wir ja noch hautnah.

 

Bei den anderen möchte ich an drei Besonderheiten erinnern.

 

Anton Riederer musste 1982 dem Publikum mitteilen, dass Roland Kaiser nicht kommt, der während der Veranstaltung telefonisch abgesagt hatte. Er tat dies so bravourös, dass das Publikum anschließend die Kapelle auspfiff, als diese einen Hit von Roland Kaiser zum Tanz spielen wollte.

Hans Borowski bildete mit Anton Riederer ein Präsidentenduo, dem nicht nur Rot-Weiß und damit der Hamborner Karneval, sondern die Hamborner Bevölkerung insgesamt viel zu verdanken hat.

Aber auch zu Hans Borowski kann ich eine Anekdote erzählen, die den wenigsten bekannt sein dürfte. Es war im Jahre 1972 als Hans Borowski vier teure Eintrittskarten für die Mercatorhalle versehentlich in den Briefkasten warf. Nach vielen Mühen wurden die Karten im Hamborner Postamt gefunden. Der Postbeamte, er hieß Peter Schichtel, beförderte sie dann per Eilpost in den Fahrner Hof. Willi Erwin war der typische Präsident für das Volk. Von ihm ist mir vor allem eins in Erinnerung geblieben: Er übergab jeden Blumenstrauß mit den Worten „Ich überreiche stolz und kühn für zehn Pfennig “Suppengrün”. Ich will damit das Kapitel “Präsidenten” abschließen und mich auch nicht mit den vielen Vorstandsmitgliedern der letzten 44 Jahre aufhalten. Aber zwei Namen muss ich doch noch nennen.

Da ist zunächst einmal Albert Graf. Er hatte zwei Jahre nach Gründung der KG in einer schwierigen Zeit auf Bitten von Willi Erwin das Amt des Schatzmeisters und ein weiteres Jahr später die Position des Geschäftsführers übernommen. 27 Jahre lang prägte er zunächst als Geschäftsführer und dann als Vorsitzender die KG Rot-Weiß. Über ihn schrieb Herbert Kolbe am 29. Januar 1972 in der NRZ: „Spätestens zwei Wochen vor dem großen Gesamt-Hamborner Humba-täterä gibt der Organisator dieser Riesenshow, Albert Graf, Interviews nur noch im Stehen. Es ist, als habe er Kakteen unter´m Gesäß. Er ist die Geschäftigkeit in Person. Aber ‚Mister Karneval’, wie man ihn hier beziehungsreich nennt und den die Natur noch nicht einmal mit überschäumender Heiterkeit bedacht hat, weiß nicht mehr so recht, ob er nun lachen oder weinen soll. Seine Bütt ist der Schreibtisch und seine Pointen sind nüchterne Zahlen. Er jongliert mit Gröschelchen und Scheinen als gelte es, einen schmalbrüstigen Briefmarkenverein vor dem Ruin zu bewahren. Dieser Balanceakt gelingt ihm kurioserweise auch immer wieder. Aber noch nicht einmal darüber vermag er zu “lachen”. Zitat ende und kein weiterer Kommentar dazu.

Der zweite Name ist Detlef Steinkirchner. Er nahm den gleichen Weg wie Albert Graf. Auch er war zunächst Schatzmeister, dann Geschäftsführer und schließlich Vorsitzender. 25 Jahre gehörte er dem Vorstand an. Wenn zu seinen Requisiten auch der Schreibtisch gehörte, so war seine Bütt – um die Sprache von Herbert Kolbe fortzuführen – die Wagenbauhalle und der Platz unter defekten Karnevalswagen. Er hat schon so manchen Wagen wieder ans Laufen gebracht und die Zeit anschließend unter der Dusche verbracht, während wir anderen auf dem Wagen den Zuschauern zujubelten.

Ich sagte eingangs, dass ich nicht mit Zahlen und Daten langweilen will. Ereignisse sind viel lebendiger und zeigen die Vielfalt des Vereinslebens.

Es war in den ersten Jahren nach der Gründung, als man beschloss, eine Kanone zu bauen. Als diese fertig war, musste sie natürlich ausprobiert werden. Karl-Heinz Schlösser, Heinz Wollschläger und Albert Swietlik brachten die Kanone zur Werksmauer an der Siemensstraße, ungefähr dort, wo das Ledigenheim war, nicht weit von Scharmach und stopften das Rohr schön voll, schütteten reichlich Pulver hinein und – päng – zündeten die Kanone. Das “päng” war ein wenig heftig und die damit verbundene Druckwelle sorgte für einen Durchgang durch die Mauer. 5 qm Mauer fehlten. Dafür hieß Albert Swietlik fortan Kanonen-Albert.

Eine andere Geschichte führte ebenfalls zu einem Spitznamen. Alfred Nickel und Freunde bauten eine 4 Meter hohe Figur, die den Till darstellen sollte. Kurz vor Karneval stand ein Kleinlastwagen vor der Tür. Der Fahrer bestellte schöne Grüße von Alfred Nieswandt aus Beeckerwerth – die Älteren kennen ihn noch als den heimlichen Bürgermeister von Beeckerwerth - und bat darum die Figur ausleihen zu dürfen. Pünktlich zum Kinderkarnevalszug sei die Figur wieder zurück. Sie wurde nie wieder gesehen und Alfred Nickel hieß seitdem nur noch “Till”. Übrigens: Willi Hütgens war auch dabei.

Zum abwechslungsreichen Vereinsleben gehörten auch die Theaterstücke, die früher am Rosenmontag bei Kleine-Natrop, dem heutigen Hotel Montan, aufgeführt wurden. In einem Stück spielte Ewald Vogt den Vater Rhein. Er saß dabei mit einem langen weißen Bart in einer großen Badewanne. Das Gummi, das den Bart eigentlich nur halten sollte, zog aber so kräftig den Bart nach oben, dass von Ewald Vogt nicht viel zu sehen war, was zwar nicht zum Stück gehörte, aber große Lachsalven im Publikum verursachte.

Zu den „Weißt du noch? “- Ereignissen gehören auch die Fahrten zur Musikparade nach Calais. Alleine hierüber ließe sich viel erzählen. Ein besonderes Erlebnis aber war die Fahrt 1988. Ingrid Schmitz und Volker Karsten hatten beschlossen dort zu heiraten, wo sie sich ein Jahr vorher lieben gelernt hatten. Der Oberbürgermeister von Calais nahm die Trauung persönlich vor und alle Uniformierten gaben den Rahmen ab. Von den beiden Frischvermählten wurde anschließend nicht mehr viel gesehen, weil die Stadt Calais für die Hochzeitsnachteine Suite zur Verfügung gestellt hatte – und wir mussten im Mädchenheim übernachten.

Diese beiden Namen leiten zu den Korporationen über. So gab es in den 70er und 80er Jahren einen Musikzug mit teilweise gutem Erfolg, der sich allerdings nicht gerade freundschaftlich von Rot-Weiß trennte. Solche Kapitel übergeht man deshalb immer schnell, so auch ich.

Treu zu Rot-Weiß stand und steht die Tanzgarde. Namen wie Margret Menzel, Brunhilde Nickel und Karin Weyers sind untrennbar mit ihr verbunden. Gerade in den letzten gut zehn Jahren machte die Garde Riesenschritte nach vorne und tanzte sich innerhalb und außerhalb Duisburgs in die Herzen der Zuschauer. Säle wie Maritim in Köln oder Westfalenhalle in Dortmund sind längst nicht mehr unbekannt.

Das jüngste Kind der Tanzgarde darf nicht unerwähnt bleiben, die teuflischen Engel. Diese Playback-Gruppe kann man aber nicht beschreiben, sie muss man hören und sehen, wie wir gestern feststellen konnten.

Natürlich gehört zu einer Karnevalsgesellschaft, die sich vor allem für den Kinderkarneval einsetzt, eine Kindergarde. Unsere Ehrensenatorinnen Monika Scharmach und Regina Primbsch haben schon in ihr getanzt.

 

Gerade daran können wir erkennen: Einmal Rot-Weiß – immer Rot-Weiß.

 

Mit den Betreuerinnen wechselte zwangsläufig auch die Darstellung der Kindergarde. Dabei reichte der Bogen von Helga Keusgen und Elsbeth Wollschläger über Marion Hannen und Karin Weyers, Ulla Wernecke, Irmgard Heekerens, Heidemarie Seedorfer bis zu Renate Chlopek, Anke Horstkamp und Sabine Eiringhaus.

Nur mal so zur Auffrischung der Erinnerung! In der Liste der tanzenden Jugend tauchen als Kindertanzmariechen, Kindertanzpaar oder Tanzpaar Namen wie Monika Scharmach, Heike Nickel und Falko Krutz, Claudia Schwarz, Anja Hallerberg und Dirk Schickedanz, Andrea Weyers und Carsten Hannen, Stefanie und Hermann, Yvonne und Hermann, Erina Sala und Carsten Hannen, Yvonne Schmidt und Daniel Stoffel, Olaf und Monika sowie zuletzt Martina Borowski und Matthias Scarcella auf.

Liebling der Damenwelt ist natürlich das Offizierskorps. Früher noch als Kanonierebezeichnet, ist die Truppe heute die schmucke Stadtwache. Nun gut – die Tänze der Jungens leiden manchmal unter der Zigaretten-Kondition. Dennoch sind ihre Auftritte gerade bei den Damensitzungen beliebt und mancher Traditionsverein in den Nachbarstädten verkündet stolz, dass die Hamborner Stadtwache zu Gast ist.

Und nun zum Elferrat. Klar, dass es den Elferrat seit Anbeginn gibt. Klar auch, dass die jugendlichen Korporationen den Elferrat als Altherrenriege belächeln. Klar ist aber auch, dass der Elferrat von Anfang an die 1. Große Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Hamborn-Marxloh nach außen und innen vertreten und unser herrliches Brauchtum Karneval gefördert hat. Fast alle Vorstandsmitglieder der KG der letzten 44 Jahre gehörten dem Elferrat an.

Die Mitglieder der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Hamborn-Marxloh haben sich nie in ihrem Verein abgeschottet. Sie waren immer offen gegenüber anderen Vereinen, den Dachorganisationen und auch der Hamborner Bevölkerung. Das ist nicht nur am Kinderkarnevalszug, sondern auch an den Prinzen, Kinderprinzen und anderen Funktionsträgern zu erkennen, die aus den Reihen von Rot-Weiß kamen und kommen.

Das Duisburger Narrenzepter schwangen Werner Hofmeister (1964), Peter Schlingermann (1980), Dirk Schickedanz (1992), Ralf Bruns (1997) und Friedrich Brenzel (2000). Sie wurden aus den Reihen der KG begleitet von den Hofmarschällen Hans Borowski, Werner Willing, Karl-Heinz Hannen, Jens Kronwald, Hans-Friedrich Brenzel, Jürgen Plagemann und Wolfgang Swakowski und den Paginnen – sie sollen nicht unerwähnt bleiben - Andrea Weyers, Susanne Knist, Sandra Dell, Martina Borowski, Daniela Borowski, Sabine Eiringhaus, Sandra Rachny und Conny Schilling.

 

Man sieht: Viele Namen von Rot-Weiß, die sich im Duisburger Karneval tummeln.

 

Bei den Kinderprinzenpaaren vertraten die Farben von Rot-Weiß als Prinz oder Prinzessin Helga Knapp (1961), Monika Scharmach (1962), Hans-Werner Schlusen und Gabi Gress (1969). Thomas Grecki und Barbara Schlingermann (1980), Yvonne Weber (1985) sowie Jörg Seedorfer und Tamara Hoffmann (1993). Auch das Kinderprinzenpaar 2003, Christian und Jessica kommen aus unseren Reihen.

Vergessen wir nicht die Funktionsträger. Rot-Weiß war immer im Beirat des Hauptausschusses Duisburger Karneval vertreten, früher mit Albert Graf und heute mit Detlef Steinkirchner und Armin van de Lücht. Marion Hannen und Karin Weyers waren Juroren im Tanzturnierausschuss des Bundes Deutscher Karneval. Ursula Wernecke gehörte dem Jugendausschuss des Landesverbandes Rechter Niederrhein an. Ralf Bruns war ebenfalls im LRN-Präsidium und ist heute einer der Geschäftsführer im Hauptausschuss Duisburger Karneval und ich selbst darf (zusammen mit Rudi Höhe aus Düsseldorf) die Meinung des Westens im Präsidium des Bundes Deutscher Karneval vertreten.

All dies hat dazu geführt, dass zum einen unschätzbare Erfahrungen bei Rot-Weiß eingebracht werden konnten und zum anderen die Karnevalsgesellschaft als Ganzes bundesweit bekannt wurde.

Zu den herausragenden Ereignissen gehört ohne Zweifel die Gala- oder Prunksitzung. Zunächst im Handelshof durchgeführt, sorgte sie später dafür, dass die Grundmauern in der Berufsschule Hamborn bebten. Auch bei den Karnevalisten wurde der Ruf nach einer großen Halle damals immer lauter. Der unvergessene Büttenredner Heinz Stock hielt 1965 seine legendäre Rede “Die Hall muß her”. Zehn Jahre später war es so weit und Rot-Weiß konnte 1976 die erste Prunksitzung in der Rhein-Ruhr-Halle feiern. Heinz Stock begeisterte mit seiner Rede “Du teure Halle sei gegrüßt” und die Presse schrieb: “Die Rot-Weißen belagerten die Rhein-Ruhr-Halle, Narren bestanden vor 2.400 Gästen ihre Feuerprobe.” Neben Heinz Stock, Ernst Gamon und den vereinseigenen Kräften gehörten damals zum Programm Jonny Buchardt, Margit Sponheimer sowie Cindy und Bert.

Übrigens: Wer Heinz Stock nach Hause brachte, musste Zeit mitbringen und zuhören können. Er gab auf dem Nachhauseweg immer eine Privatvorstellung.

Seit eh und je gehört das Kinderfest zum Programmangebot der KG. Zunächst steckten “Onkel Willi” Hütgens und Bernhard Betten viel Liebe in das Fest. Viele Jahre hatten danach “Ditz & Ditz” (Dieter Karsten und ich) ihr Herzblut mit den Kindern geteilt, gefolgt von Ralf Bruns. Jetzt sind es Jens Kronwald und Jörg Seedorfer, die mit Publikumsliebling “Suuusi” Knist die Kinder mit Clownereien, Spielen und Darbietungen begeistern.

Höhepunkt eines jeden Jahres ist ohne Zweifel der Niederrheinische Kinderkarnevalszug. Fast jeder hier im Saal kennt dieses Großereignis, so dass ich auf Art, Umfang, Teilnehmer und Zuschauer nicht eingehen muss. Ich darf aber mit Stolz berichten, dass es in der Geschichte des Zuges nur drei Organisatoren des Zuges gab. Der erste war Albert Graf, der zweite Detlef Steinkirchner und jetzt organisiert Armin van de Lücht den Umzug des närrischen Nachwuchses. Allerdings gab es auch Ausfälle. 1962 war die Hochwasserkatastrophe in Hamburg der Grund dafür, dass der Zug abgesagt wurde. 1969 blieb der Zug wegen starker Schneefälle schon in den Hallen stecken und 1991 verhinderte derGolfkrieg den Kinderkarnevalszug.

1999 ist der Zug beinahe ausgefallen, weil zwei Tage vor dem Zug der Schatzmeisterin die Gagen für die Kapellen geraubt wurden. Ich darf noch immer nicht sagen, dass ein Hamborner Geschäftsmann, der eine Gebäudereinigung besitzt, und rein zufällig eine besondere Beziehung zu Rot-Weiß hat, den fehlenden Betrag vorstreckte. In einer beispiellosen Aktion – an deren Zustandekommen vornehmlich Hans Borowski beteiligt war – spendete die Bevölkerung die geraubte Summe. Dafür darf Rot-Weiß der Bevölkerung noch in elf Jahren beim nächsten Jubiläum danke sagen.

Ich denke, auch der nächste Zug wird uns alle erfreuen.

 

Über viele, viele Veranstaltungen und Ereignisse könnte ich noch berichten. Allein aus Zeitgründen ist dies nicht möglich. Damit ihr aber wisst, was ihr dadurch verpasst, sage ich euch, dass ich nicht mehr berichten werde über die vielen Aktivenfeste, Ausflüge und Teilnahme an Wettbewerben,

 

über die Teilnahme beim Kinderkarnevalszug in Wehofen, beim Viertelzug in Neumühl, beim großen Zug in Duisburg und früher auch noch beim Zug in Homberg und Moers,

 

über das Hoppeditzerwachen und die Hoppeditzbeerdigungen mit den Hoppeditzen Heinz Stock, Albert Swietlik und Dieter Karsten,

 

über die Kinderprinzenkürungen, die Rot-Weiß einige Jahre organisierte, über das Senatorentreffen,

 

über die Empfänge zum Kinderzug – die Bewirtung wurde früher durch die Familie Gilles, später durch die Familie Kalkbrenner und wird heute durch Helga Keusgen mit zahlreichen Helfern durchgeführt –,

 

über die Besuche in Puerto de la Cruz und damit verbunden über die Verbindung zum Düsseldorfer Karneval (dafür sage ich, weil er gerade einmal hier ist und maßgeblich an dem Kontakt zu Düsseldorf beteiligt ist, herzlichen Dank an Rudi Höhe),

 

über die gemeinsame Damensitzung mit den Roten Funken in der Rhein-Ruhr-Halle (wer weiß das noch), über unsere Weibersitzungen im Hause Horten,

 

über die früheren Rot-Weiß-Bälle am Karnevals-Samstag im Schützenhof, über die gemeinsamen Silvesterveranstaltungen mit den Oberländern, über die Kostümbälle am Rosenmontag und

 

über die aktuellen Mädchensitzungen mit der Moderatorin Marianne Kronwald.

 

Ich denke, ich habe damit genug Anregungen gegeben, um gleich beim Essen und dem gemütlichen Teil Erinnerungen auszutauschen.

 

Ich will auch keine Anekdoten erzählen

 

über Horst Weyers – genannt der Dicke - , der kommissarischer Vorsitzender, Geschäftsführer und 2. Schatzmeister war,

 

über Hilmar Herzer (nur wenige kennen den Namen), der Protokollführer und Geschäftsführer war,

 

über Karl-Heinz Klein und Karl-Heinz Schlosser, die zu Beginn Geschäftsführer waren,

 

über „Kalle“ Karl-Heinz Hannen, der Protokollführer, Schatzmeister und Geschäftsführer war,

 

über Franz Widera, Wilhelm Seyock, Karl Setteler, Ottomar Kalkbrenner, Elke Plagemann und Sabine Kentschke, die allesamt Schatzmeister waren und auch nicht

 

über Liesel Scholten, die allererste Protokollführerin.

 

Meine lieben Karnevalsfreundinnen und Freunde. In den letzten Jahren wird bundesweit viel über Auswüchse im Karneval geredet. Dazu kann ich sagen, dass bereits 1972 in der Presse zum Kostümball bei Rot-Weiß zu lesen war: “Die jedem Kostümierten zustehende Narrenfreiheit soll hier zum Zuge kommen” garantiert der Veranstalter. Lediglich “oben ohne” und “Adamskostüm” sind ausgeschlossen. Wir stellen also fest: Bei der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Hamborn-Marxloh wurde noch nie ohne Sinn gefeiert, sondern schon immer echte Brauchtumspflege betrieben.

Das wird auch in Zukunft so sein. Dafür steht der Vorstand mit der Vorsitzenden und Gardeleiterin Karin Weyers, den Präsidenten Volker Mosblech und Armin van de Lücht, den Geschäftsführern Wilfried Keusgen, Wolfgang Swakowski und Helmut Kronwald, den Schatzmeistern Werner Simon und Robert Philipps, den Schriftführern Wolfgang Mems und Heike Schaffeld-Müller, dem Pressewart und Kassierer Jens Kronwald, der Redaktion Rot-Weiß-Post unter Leitung von Burkhard Horstkamp, dem Elferratssprecher Fritz Lorenz, dem Kommandanten des Offizierskorps Hans-Friedrich Brenzel und der Kindergardeleiterin Anke Horstkamp.

Meine lieben Karnevalsfreundinnen und –freunde. 44 Jahre Vereinsleben bei der 1. Großen Karnevalsgesellschaft Rot-Weiß Hamborn-Marxloh 1958 e.V. und 66 Jahre organisierten Karneval in Hamborn mit den Bürgerinnen und Bürgern und für die Bürgerinnen und Bürger in Hamborn konnte ich nur anreißen. Diese Tatsache macht deutlich, wie wichtig Erinnerungen für uns sind.

Deshalb möchte ich meine Ausführungen mit einem Satz schließen, den ich kürzlich in einer Zeitschrift gelesen habe: “Aus dem Paradies unserer Erinnerungen lassen wir uns nicht vertreiben” Ich schließe jetzt mein Album der Erinnerungen und sage mit Stolz: Ich war und bin gerne ein Rot-Weißer.

 

Euch allen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit.

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